art KARLSRUHE
Die Stimmung
Nach meiner Teilnahme an der Affordable Art Fair im vergangenen November war ich sehr gespannt darauf, die Unterschiede zwischen diesen beiden Messen erleben zu können.
Großartige Kunst
Tief beeindrukt war ich von der Qualität und Vielfalt der gezeigten Kunst und ebenso von einem Publikum, das sich aufmerksam, interessiert und bemerkenswert offen zeigte. Gleichzeitig fielen mir schon beim Eintreten in die Messehallen meine Vorab-Gedanken ein. Denn als ALLERerstes sah ich eine wundervolle Arbeit von Liebermann, dessen Arbeiten ich so liebe schon seit ich Jugendliche war (hier unten ein Detail des Bildes!) und gleich direkt dahinter einen großen, ungewöhnlichen Uecker in schwarz. Und auf dem Weg zu „meiner“ Galerie folgten dann schier unendlich viele weitere großartige Arbeiten von tollen Künstlerinnen und Künstlern. Wird meine stille, kontemplative Kunst in diesem Umfeld überhaupt „überleben“ können?
Gesehen werden
Angekommen am Messestand der Galerie Koch-Westenhoff (das Bild direkt hier über der Überschrift zeigt einen Teil des Standes mit meinen Werken und Skulpturen von Sabine Kraißer) kam die Antwort auf diese Unsicherheit viel schneller und vor allem deutlicher, als ich erwartet hatte: Die Rückmeldungen, die Gespräche, das Innehalten der Besuchenden und ihre Bereitschaft, sich auf die feinen Details meiner Arbeiten, wie beispielsweise in meinen TeaPoems oder bei T.i.M. – Time is Money, in Ruhe einzulassen – all das zeigte mir, dass auch die leisen Töne meiner Arbeiten dort absolut ihren Raum finden können. Ein kleiner Höhepunkt für mich war der Moment, als Galerist Stefan Westenhoff mich darauf aufmerksam machte, dass einzelne Besucher:innen den großen Bereich vor den Galerie-Ständen gezielt durchquerten, um meine Werke vom Nahen betrachten zu können. Was für ein Geschenk!
Begegnungen
Meine Begegnungen mit dem Messepublikum waren teilweise intensiv: Die Menschen hatten Zeit und ihre Fragen zeugten von echter Neugierde, wahrem Interesse. Für mich war es eine Mischung aus Erstbegegnungen, ganz zufälligen Treffen wie auch geplanten Verabredungen, aus denen sich so wunderbare Gespräche und Verbindungen ergaben, wie sie nur im direkten Austausch entstehen. Ich war so froh und dankbar, dort sein zu dürfen
Tolle Kunst
Neben all diesen Eindrücken am Stand der Galerie Koch-Westenhoff war ich aber auch immer wieder auf der Messe unterwegs und konnte unglaublich viel inspirierende Kunst entdecken. Es hat mich schwer beeindruckt, was für großartige Arbeiten ich dort entdecken und von ganz nah und in Ruhe betrachten konnte. Hier zeige ich einfach nur mal drei großartige Beispiele meiner persönlichen Highlights: Catalina Swinburn mit einer atemberaubenden Papierarbeit, Itamar Yehiel mit einem seiner schier unglaublichen und nur gestickten(!) Objekte sowie Miron Schmückle mit einem Detail seiner wunderbaren Fantasie-Blüten…obwohl ich die Auswahl locker verzehnfachen könnte.
Und ganz zum Schluss, kurz vor meiner Abreise, sogar noch zwei riesige Arbeiten von Annegret Soltau – aah, ich war im Glück:
Verkäufe
Natürlich bin ich froh, dass auch Verkäufe meiner Arbeiten zu dieser Messeerfahrung gehören…und das war mir tatsächlich auch wichtig. Zum einen bedeutet das Bestätigung und Wertschätzung für mich als Künstlerin, zum anderen ist es ein Zeichen dafür, dass meine Arbeiten einen Platz im Leben anderer Menschen finden samt der Themen, die sie vermitteln. Meine Unsicherheiten und Fragen im Vorfeld, ich hatte sie erwähnt, wurden hiermit also letztendlich auch noch einmal beantwortet.
Noch nicht vorbei
Auch meinen Podcast Atelier-Talk hatte ich auf der Art Karlsurhe im Sinn und konnte bei einigen Begegnungen tolle neue Gesprächsgäste gewinnen, die Ihr hoffentlich demnächst in vertiefenden Gesprächen erleben könnt.
Begleitet wurde ich bei meinem Besuch der art KARLSRUHE von der Künstlerin Julia Silbermann. Der Atelier-Talk Podcast hatte sie vor ein paar Jahren in meine Leben gespült und sie ist mir eine ganz wertvolle Freundin geworden. Es lohnt sich, auch einmal einen Blick auf ihre Künstlerinnen-Webseite zu werfen, ich finde großartig, was sie macht! Und der gemeinsame Messe-Besuch war durch sie witzig, intelligent, warmherzig und einfach schön – danke, liebe Julia.
Es waren also sehr intensive Tage für mich, die noch lange nachhallen werden. Und die mir dann tatsächlich zunächst erst einmal den Schlaf geraubt hatten, denn soooooo viel hieß es zu verarbeiten.
Ich verließ die art KARLSRUHE mit ganz viel Dankbarkeit, neuen Impulsen und dem Gefühl, dass diese erste Teilnahme mehr war als nur ein Messeauftritt. Sie war ein fruchtbarer Dialog.
Dass dieser Dialog noch weiterging, zeigte sich wenig später ganz konkret: Der Neue Kunstverlag wandte sich an Galerist Stefan Westenhoff, um die Details zu klären, meine Arbeiten in den sozialen Medien und in einer Publikation zitieren zu dürfen. Als ich davon erfuhr, war da für einen Moment für mich vor allem…stilles Staunen
Ein kleines PS:
Meine Begleiterin Julia war es auch, die als erste bemerkte: Wand an Wand mit Barlach, Schulter an Schulter mit Fußmann (letzterer hier leider nicht zu sehen). Sagen wir mal so: es gibt unerquicklichere Nachbarschaften… 😉
